Vivian Glade

Haiti

Ich saß geschockt vor n-tv, und sah, wie 2 Kleinkinder auf und zwischen Leichen herumkletterten - ca. 3 Tage nach dem verheerenden Erdbeben. Dann erreichte mich eine Anfrage von Analena, einem unserer SoulKeepers, via MSN:
"Vivi, ich will mein Taschengeld nach Haiti schicken - wie mach ich das denn?" Da lag es nahe, ein Konzert zu veranstalten. Am liebsten hätte ich vor Ort geholfen, aber ich kann weder Trümmer weg räumen noch Leute medizinisch versorgen noch irgend etwas anderes, was vor Ort von Nutzen gewesen wäre, und den Flug zu bezahlen, wäre Blödsinn gewesen. Aber ich kann halt singen und ich habe einen Chor voller Menschen, die ebenso denken wie ich - und dann hatte ich innerhalb eines Nachmittags die Idee und das Konzept stehen:
Wir machen ein Konzert.

Unsere 1. Vorsitzende Nadine, Chormutti Regina, unsere Schriftführerin Claudia und viele, viele andere packten an, und innerhalb von 14 Tagen hatten wir einen Aktionstag stehen. Von Anfang an war aber klar, dass wir das Geld UNICEF übergeben, nicht nur wegen der Juniorbotschaftergeschichte, sondern auch, weil ich persönlich finde, dass Nachhaltigkeit in solchen Bemühungen angestrebt werden muss. UNICEF wurde informiert, das ging auch ganz schnell - und man versprach Präsenz vor ORt (schon weil ich wollte, dass man die Leute informiert). Auch dies geschah ohne jegliche Probleme.

Dann suchte ich Chöre und Musiker, schön gemixt, damit so ziemlich jeder Stil zumindest ansatzweise vor Ort ist - und einen Veranstaltungsort. Da war der Weg zum Pastor der Großen Kirche, Herrn Dirk Scheider, nicht weit - und auch der setzte alle Hebel in Bewegung, damit wir dort alles veranstalten konnten.

Und Chöre sagten zu, ganz besondere Leute:
Joyful Voices Stotel,
Blasorchester Lehe (ist kein Chor, aber ein super Orchester!)
der renommmierte Seemannschor Bremerhaven, der als einer der besten maritimen Chöre Europas gilt und selbst die Gospelchöre vor Ort dazu brachte, eine meterdicke Gänsehaut zu bekommen - die waren saugut!
und die Amatöne aus Jade.

Zu den Amatönen wäre noch zu sagen, dass sie nicht nur trotz besch... Wetters aus Jade fast 40-Mann-stark aufschlugen und die Technik stellten, sondern auch noch 1100 Euro aus Gagen etc. mit brachten.

Dann dachten wir, ein paar Aktionen vorab schaden auch nicht, und etliche Sponsoren konnten ganz schnell gefunden werden:
Zoo am Meer
Klimahaus
Schnüsterstuv (die zur Anzeige in der Presse was dazugaben)
Janiec & Janiec (die uns auch noch rechtlich berieten)
Fleischerei Stehr sponsorte 200 Liter Erbsensuppe
HolAb hingegen gab rund 50 Kisten Getränke
Musikschule Beck (die ebenfalls die Anzeige mit finanzierten)
Ebenso unser Haus- und Hoflieferant in Sachen Getränke, der BigBox-Getränkemarkt.
Das Eiscafe Venezia spendierte 5 Bleche Kuchen, ebenso zahllose Mamis, die sich die Finger wund buken.

"Warmes Herz Bremerhaven" stellte Helfer, und zwei Kolleginnen von Frauke Maria Daams, unserer PKUPK-Autorin, arbeiteten ebenfalls stundenrund mit. Ich kann gar nicht alle nennen, die da anpackten.

Der Oberbürgermeister Jörg Schulz selbst hat die Schirmherrschaft übernommen und sprach eine Begrüßung, Frau Anne Schmeckies, UNESCO-Koordinatorin der Kaufmännischen Lehranstalten und eine liebe Weggefährtin, sprach ebenfalls und erklärte, wie man Hoffnung machen kann, eben nicht nur durch Geld, sondern auch durch das Zeichen, das man durch MItgefühl und das "sich für Sorgen anderer interessieren" ebenfalls viel Hoffnung machen kann, gerade in einer Welt, wo Ignoranz offensichtlich Mode ist. Ich denke, allein die Tatsache, dass die Künstler so viel Engagement zeigten und die Kirche voll war, zeigt ebenfalls ganz viel. Bremerhaven, das bestätigten auch die UNICEF-Mitarbeiter, setzt sich damit auch deutlich von Bremen ab, wo Reaktionen eher "gemischt" seien...

Fest steht, dass wir allein schon durch Kaffee, Kuchen, Tombola, CD-Verkauf und Glückskekse 2424,24 Euro einnahmen. Das übertraf schon alle Erwartungen.

Dann hat UNICEF selbst vor Ort gesammelt in diesen verplompten Dosen, und die Amatöne spendierten ja noch Gagen - und so steht das Endergebnis fest:

4700,23 Euro! Das ist ein Riesenbetrag. Und im Prinzip konnte ich dann Analena beweisen, dass das gehen kann:
Behalt die 5 Euro erstmal, mach ein tolles Konzert und dann schick das 1000fache nach Haiti.

Das Geld wird übrigens für die Schutzzonen vor Ort verwandt, die UNICEF dort einrichtet, um unbegleitete Kinder vor Schleppern und anderem Abschaum zu schützen.

Weitere Infos zu UNICEF und deren HAITI-Hilfe gibts unter www.unicef.de.

Hier noch eine Kontonummer: Wer ebenfalls für die Schutzzonen spenden möchte und damit den Kindern vor Ort Schutz, Ernährung, gesundheitliche Versorgung und letztlich auch die Einrichtung von Notschulen ermöglichen möchte, ist eingeladen, ebenfalls dorthin das zu überweisen, was man dafür geben mag:

Commerzbank AG,
Konto 018 63 66 60 1,
BLZ 290 800 10,
Verwendungszweck: SoulKeepers Haiti Schutzzone.

DANKE AN ALLE, DIE DABEI MIT HALFEN!

3.2.10 13:58

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