Vivian Glade

Reingelegt

Ganz zwischen dem üblichen Chaos versteckt, das zur Zeit aus hauptsächlicher Panik besteht (ich erzähl gleich, warum), kommt das Thema "Glad(E)makung" in Verbindung mit einer Geschichte zum Thema "Amatöne" zum Tragen.

Die Amatöne sind ein Gospelchor aus Jade, den ich das erste Mal 2008 besucht und mit dem ich mehrfach seitdem gearbeitet habe. Dieser Chor besteht hauptsächlich aus Erwachsenen (alterstechnisch gesehen) und ist einer der mit Abstand liebenswürdigsten Chöre, die ich kennen lernen durfte. Vor einer Woche war ich mal wieder zu Gast, mit einigen Coaches im Schlepptau, um die Generalprobe für den großen Auftritt beim Oldenburger Gospelfestival zu betreuen und noch ein bisschen für Motivation zu sorgen. Dies tat ich dann auch.
Ein Punkt war der Song "Reign" von Kurt Carr, der sehr schnell und sehr fetzig ist und bei dem die Amatöne halt noch etwas mehr Temperament entwickeln wollten. Ich habe also ein paar nette Adlips gesungen und schon klappte alles, wie man es geplant hat. Hinterher fragten viele, ob ich nicht beim Gospelfestival in der Weser-Ems-Halle mitsingen könne. Nein, wie auch - ich hatte keine Zeit. Das zumindest war das, was ich dem Chor erzählte. Die Planung allerdings ging in andere Richtungen. Jonas, seines Zeichens Chorleiter der Amatöne, und ich hatten längst festgemacht, dass ich dort aufschlage.

Und ich wollte nicht allein dort aufschlagen. Coach Maria und Jo, beide gute Tänzer, haben eine Choreo einstudiert, ich hingegen hab mich mit dem Song auseinandergesetzt und dann freute ich mich darauf, nach Oldenburg zu fahren. 2 Stunden mit dem (jede Milchkanne) anfahrenden Wesersprinter, danach umsteigen und erstmal in die falsche Richtung fahren, dann aber erreichten 2 Tänzerinnen, 2 Daumendrücker und ich endlich die Weser-Ems-Halle. Dort führte man uns (gottseidank ungesehen von irgendwelchen Amatönen) in den Regieraum. Dort hockten wir 2 Stunden im Dunkeln, bis endlich die Veranstaltung los ging. Die Amatöne waren zuerst dran. Der Song, bei dem ich dann im 2. Chorus raus sollte, hingegen kam zum Schluss.
Die Anspannung stieg bei uns dreien. Jo, die erst 13 ist, war aber (denk ich) am nervösesten, aber allein der Mumm, sich vor ca. 2000 Menschen zu stellen und zu tanzen, ist schon großartig. Maria hatte sich auch um die Präsentation Gedanken gemacht, Jo hüpfte von rechts hinein, Maria von links, gleichzeitig hörten die Amatöne mich von hinten singen und dann standen sie mit offenem Mund da. Einige reagierten schnell - und schrien, andere vergaßen vor Schreck das weiter singen, aber es war danach deutlich spürbar, dass die alle wach waren und dann haben die ein Temperament entwickelt, dass es nur noch Spaß machte. Mir blieb die Luft weg, mein Hals war trocken und ich hab die Hälfte der Adlips auch versemmelt, es war aber egal. Weil es Spaß machte. ich bin nicht wegen der Zuschauer gekommen, die waren mir egal. Sondern eben deshalb, weil ich wusste, dass die Sänger sich freuen. Das sind großartige Leute, warm und herzlich, und umso mehr die sich freuen, umso besser. Sie haben die Songs vorher mit soviel Seele gesungen und mit soviel Gefühl, sie waren so, wie ich es mir von ihnen in den Proben erhofft hatte. Sie lernen gern und schnell und sind sich für nichts zu schade. Wie alle Chöre haben auch sie sicher hier und da ihre zwischenmenschlichen Problemchen, aber das merkt man nicht. Sie sind echt mein liebster Workshopchor... Das muss ich einfach mal sagen.

Sie haben die Survivorglad(E)makung mitgemacht und ganz viel für die DKMS-Benefizgeschichte um die 13jährige Sontje auf die Beine gestellt. Sie sind für viele Späße zu haben und auch im Hinblick darauf, dass die meisten erwachsen sind, gefühlte Teenies. Also: www.amatoene.de ... Lohnt sich, dort die nächsten Termine zu checken und vielleicht auch dort den einen oder anderen netten Eintrag im Gästebuch zu hinterlassen.

So. Nun also wieder zurück zu Bühnebildkreation, Kostümpanik, finanziellen Sorgen, Pagedesastern etc.
Sagte ich, dass ich einen neuen Vorstand habe? Sie haben die PR im Griff. Also das ist ja wirklich mal was...

Trotzdem: Leute überraschen ist einfach toll. Es macht kaum etwas mehr Spaß. Vielleicht versteht jetzt der eine oder andere, warum ich so einen Heidenspaß dabei habe.

18.10.09 16:11

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Pedi (18.10.09 21:12)
Moin Vivi u. alle, die gestern mit dabei waren!

Danke für die gelungene Überraschung - Vivi, ich hätte unsere Gesichter auch zu gerne gesehen! Die Aktion ist Euch sowas von gelungen und wir hatten definitiv Spaß! - Und habt Ihr schon gesehen, dass auch Ihr Euch in Action bewundern könnt? Auf der Seite der NWZonline gibts eine Fotostrecke zum Gospelfestival - das erste Mal, dass die wirklich berichten! Da sind auch ein paar nette Bilder von Euch bei. Danke nochmal und wir sehen uns wieder! Ganz bestimmt....
Liebe Grüße
Pedi


Simone (19.10.09 08:09)
Danke! Danke! Danke!
Es war eine großartige Idee bei unserem Auftritt dabei zu sein. Was für ein wunderbarer Höhepunkt - und eigentlich nur für uns, denn die Zuschauer dachten bestimmt, es muss so sein. Da wurden wir doch ganz in echt ge-glad(E)maked und haben dadurch den Saal so gerockt, dass die Leute standen und hinterher in der Pause viele von uns auf unseren tollen Auftritt angesprochen wurden. Danke! Ein Konzert mit einer derartigen Stimmung zu geben, ist ein unglaubliches Gefühl und macht wirklich süchtig.


Vivian / Website (19.10.09 12:50)
Ihr lieben lieben Amatöne,
es war ja nur für euch! Ihr habt mir in den vergangenen Jahren mehr gegeben, als ihr ahnt. Wenn ihr mich / uns braucht, müsst ihr den Mund aufmachen und wir sind zur Stelle. Das war einfach nur schön, einen gesamten Chor wirklich lächeln zu sehen - und zwar auch mit den Augen. Genau DAS hat die Leute hoch gerissen, die konnten das überhaupt nicht einordnen, das war aber wurscht, die merkten nur, dass jetzt Lebensfreude auf der Bühne war. Macht einfach weiter so!!! Pflegt mir euren Jonas.