Vivian Glade

Sadmakers against Seba?

Sebastian ist ein Junge, den jeder mag. Macht seit seinem 10.
Lebensjahr Musik, hat sich an unzähligen Kampagnen und Aktionen gegen
Gewalt und Diskriminierung beteiligt und ist mittlerweile
Schulsprecher der Kaufmännischen Lehranstalten. Sebastian hat 7 Jahre
bei mir gesungen und nie Ärger gemacht. Ein freundlicher Kerl, klug
und bescheiden. Keiner, der sich zudröhnt, keiner, der Ärger macht,
ein Toller, wie gesagt.
Seba ist gerade 18 geworden und hatte den wilden Plan wie viele
18Jährige, dann auch das erste Mal in eine Disco zu wollen, das war
allerdings keine gute Idee. Denn er wollte in die Bremerhavener
Nachtschicht.
Da hatte er die Rechnung ohne die Diskobetreiber gemacht. An diesem
Abend wollte er mit einem Freund hinein, dieser wurde eingelassen,
Seba nicht: Man wollte keine neuen Gesichter. Sebastian Gesicht war
wohl zu dunkel, er ist Schwarzafrikaner. Dass er besser deutsch
spricht, ...
Unfassbar. Rassentrennung zur heutigen Zeit? Das ist nicht neu für
diesen Laden, habe ich erfahren (ich selbst gehe nicht dahin, weil ich
so schon den ganzen Tag Party habe), aber Seba wehrt sich: Mit der
Nordseezeitung. Gestern erschien der Artikel.
Viele Glad(E)makers kennen und schätzen Seba, und so ist jetzt schon
klar, dass wir auch hier unserer Philosophie entsprechend reagieren.
Wie, erzähl ich euch, denn noch läuft eine Diskussion.
Ich verstehe, dass Zugekiffte, betrunkene und gewaltbereite Idioten
aus Diskos ferngehalten werden sollen. Aber Ausländerquoten? Am besten
bald noch der Hintereingang für Türken, Roma und Schwarze? Ich wäre
für einen Boykott und hoffe, das von Bremerhaven das Zeichen ausgeht,
dass solch ein Verhalten nicht länger gewünscht oder geduldet wird in
dieser Stadt. Bremerhaven an sich ist nicht rassistisch, ich zumindest
habe keinerlei Probleme, das sieht bei türkischen Bremerhavenern
sicher schon wieder anders aus. Aber ich liebe meine Stadt. Und wir
brauchen kein zweites Montgomery...

12.9.09 12:55

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