Vivian Glade

Abschied von Franziska

Ich habe am Wochenende einen Workshop in Drochtersen bei Stade gemacht. Dabei erreichte mich am Samstag gegen Mittag die Nachricht, dass Franzi in der Nacht zuvor verstorben ist. Franziska, eine ältere, schwerkranke und alles andere als begüterte (aber herzensgute!) Frau, war ein wirklich gern gesehener Mensch in unseren Reihen. Sie besuchte im Januar noch eine Survivor-Probe gemeinsam mit Renate Laufs, die sich immer viel um Franzi kümmerte. Franzi war schwer rheumakrank. Sie wurde ca. 65 Jahre alt. Fragen kommen mir hoch. Ich fand den Tod der 15 Amokopfer sinnlos und schockierend, habe Tränen in den Augen gehabt, als ich die ersten Fotos der Opfer in der Zeitung sah. Als ich von Franzis Tod erfuhr, war ich trotzdem noch geschockter. Warum eigentlich geht man bei einigen Menschen davon aus, dass sie ewig leben und kann sich so wenig vorstellen, dass es sie plötzlich nicht mehr gibt? Ich weiß, sie hat nur noch einen Bruder. Kaum jemand wusste, dass es Franzi gab. SIe war eben der Krankheit wegen lange nicht mehr beim Singen (von dem Besuch im Januar abgesehen). Aber sie war genau das, was wir mit "Glad(E)maker" meinen. Ich habe keine Ahnung, wie meine Sänger das sehen. Ich aber werde versuchen, jeden, der Glad(E)maker ist, zur Beerdigung mit zu nehmen. Ich finde, das hat eine Franzi verdient. Ein letztes Geleit nach Maß. Und ich bin dankbar, dass es eine Franzi gab. So ein positiver und lieber Mensch ist unendlich viel wert und ich hoffe, dass sie wenigstens postum ein Vorbild für meine oft noch so jungen Leute wird.

15.3.09 18:46

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Jess / Website (3.5.09 22:17)
Wow, so ein schöner Nachruf. Sie wird weiterleben und dass Du mit so viel Liebe von den Menschen schreibst, ist einfach wunderbar!